Ich bin Waage.

Die Mär von der harmoniesüchtigen Waage.

Ich weiß nicht, ob Sie an Astrologie „glauben“ oder wie Sie zum Thema Sternzeichen und den ihnen zugedachten Eigenschaften stehen. Ich bin Waage. Seit Jahren – ja, seit Jahrzehnten – begleitet mich in diesem Zusammenhang die Aussage, Waagen hätten ein großes Harmoniebedürfnis. Mag sein, dass das für einige zutrifft.

Ich habe jedoch meine eigene Interpretation des Sternzeichens Waage: Es geht weniger um Harmonie als vielmehr darum, Ausgleich zu schaffen. Ich wirke gerne ausgleichend. Ich werbe für Verständnis zwischen zwei Parteien. Ich kann innerhalb kurzer Zeit erfassen, warum jemand eine Meinung oder einen Standpunkt äußert – und welche Gefühle und Motivationen dahinterstehen. So kommt es häufig vor, dass ich eine Übersetzerin zwischen Menschen, zwischen Interessen bin, um genau das zu erreichen: einen Ausgleich.

Und dann gibt es noch einen zweiten wesentlichen Aspekt bei der Waage – und vielleicht den Grund, warum ich mich so stark mit diesem Sternzeichen identifizieren kann: Nur selten ist sie im Lot. Selten sind die Gewichte auf beiden Seiten genau gleich schwer oder leicht. Meistens befindet sich die Waage in einer Schieflage, bei der eine Seite schwerer wiegt als die andere.

And this is exactly how I feel: Es gibt Phasen im Leben, in denen fühle ich mich schwer, und es gibt Phasen, in denen fühle ich mich leicht. Das Schöne ist: Beides ist in Ordnung. Beides ist in dem Moment genau richtig. Ich mag die Melancholie und kann meine Gedanken in diesen Lebensphasen besonders klar sehen und weiten. Das sind die Momente, in denen ich mehr über mich lerne als in den Phasen der Leichtigkeit.

Maybe that’s what being a Libra really means: Es geht nicht um die ewige Harmonie. Ich habe gelernt, das Schwanken anzunehmen. Aus der Schwere schöpfe ich neue Perspektiven, und die Leichtigkeit gibt mir die Kraft, sie umzusetzen.

Dies ist ein Plädoyer dafür, hineinzuhören. Die dunklen Facetten, die uns erden und zum Nachdenken zwingen, anzunehmen – genauso wie die hellen, die uns Mut geben und uns nach vorne tragen.

Denn niemand kommt völlig unbeschadet durch dieses Leben. Aber wir können lernen, das Ungleichgewicht nicht als Bremsklotz zu sehen, sondern als Motor, der uns lebendig hält.

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